Schuld-Vergebung-Sühne
Menschen werden als endliche Vernunftwesen immer wieder moralisch schuldig, indem sie wissentlich und willentlich gegen sittliche Normen verstoßen. Zur conditio humana gehört aber auch der Wunsch nach Vergebung als Alternative zu Vergeltung und Verachtung.
Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts erfährt dieses komplexe Problemfeld vor allem im angloamerikanischen Raum eine immer größer werdende Aufmerksamkeit seitens der Moralphilosophie.
Zu diskutieren sind Fragen sowohl begrifflichen als auch normativen Charakters:
Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um von Vergebung sprechen zu können?
Wie unterscheidet sich Vergeben von anderen Möglichkeiten, auf zwischenmenschliche Verfehlungen zu reagieren?
Wann sollte man Vergebung gewähren?
Wie verhält sich Vergebung zur Selbstachtung, wie zur Gerechtigkeit?
Welche Rolle spielt der Gedanke der Sühne?
Diesen und anderen Fragen möchte die Tagung nachgehen, indem sie das Thema sowohl aus historischen Perspektiven als auch aus Perspektiven der Gegenwart behandelt.