Vatikan erlässt Dekret zur PTH St. Augustin

Studierende, die vor dem Studienjahr 2018/19 immatrikuliert sind, können ihren Magisterabschluss an der PTH in Sankt Augustin erwerben / Weiterführung der Aufbaustudiengänge / Gute Aussichten für die Fortführung von Forschung und Lehre

Portal des Missionspriesterseminars St. Augustin der Steyler MissionareAm 3. Juni 2017 hat die Kongregation für das Katholische Bildungswesen des Vatikan der Philosophisch-Theologischen Hochschule SVD, St. Augustin (PTH) das Recht zur Verleihung des akademischen Grads „Magister/Magistra Theologiae“ (Mag. Theol.) zum Studienjahr 2018/19 per Dekret mit dem Zusatz „sofern nichts anderes verfügt wird (donec aliter provideatur)“ entzogen. Allen Studierenden, die sich vor dem genannten Datum für einen Magisterstudiengang der Katholischen Theologie eingeschrieben haben, wird der Abschluss an der PTH unter Wahrung aller ihrer Rechte zugesichert. Zu wahren seien ebenfalls die statutengemäßen Rechte der Lehrenden.
Persönlich von diesem Dekret Betroffenen steht die Möglichkeit offen, innerhalb einer Frist von zehn Tagen nach Bekanntmachung bei der Kongregation für das Katholische Bildungswesen die Bitte um Rücknahme oder Änderung der Entscheidung vorzulegen beziehungsweise innerhalb einer Frist von sechzig Tagen Klage beim Höchsten Gericht der Apostolischen Signatur einzulegen.

Das Portal des Missionspriesterseminars St. Augustin der Steyler Missionare (Bild © PTH St. Augustin)

Vorbehaltlich der Rechtswirksamkeit von Einsprüchen würde damit lediglich einer von drei Studiengängen, die die PTH anbietet, geschlossen. Der Status der Hochschule als theologische Fakultät, den die Ordenshochschule bereits seit 18 Jahren hält, bleibt unangetastet. In dieser Eigenschaft genießt sie weiterhin das Recht zur Verleihung der akademischen Grade Lizentiat und Doktorat sowie zur Entwicklung neuer Studiengänge und Kooperationen. Die Kooperation der PTH mit dem Erzbistum Köln, der Katholischen Hochschule NRW sowie dem Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln für den berufsbegleitenden Masterstudiengang "Interreligiöse Dialogkompetenz" bleibt unangetastet. Ein neuer Studienjahrgang ab dem Sommersemester 2018, der für drei Jahre angelegt ist, ist bereits auf den Weg gebracht. Der auf vier Semester angelegte Studiengang „Theologische Zusatzqualifikation für Studierende und Mitarbeiter/-innen der Sozialen Arbeit“ in Kooperation mit der Abteilung Jugendseelsorge des Erzbistums Köln sowie dem Institut religio Altenberg wird weiter angeboten.

Beim Provinzkapitel im Spätherbst 2015 wurde mit großer Mehrheit die vollständige Stilllegung der Lehr- und Forschungstätigkeit der PTH empfohlen. Nach intensiver Prüfung eines entsprechenden Antrags der Deutschen Provinz konsultierte die Bildungskongregation die Erzdiözese Köln, die Deutsche Bischofskonferenz, Vertreter weltkirchlicher Einrichtungen sowie Leitungsgremien des Ordens der Steyler Missionare und entschied, den Magisterstudiengang, nicht aber die Aufbaustudiengänge Lizentiat und Doktorat zu sistieren.

Gleichzeitig setzt das vorliegende Dekret einen Prozess in Gang, in dem die drei Steyler wissenschaftlichen Institute in Sankt Augustin ausloten sollen, ob und in welcher institutionellen Form sie die Studiengänge Lizentiat und Doktorat weiterführen können.
Das Steyler Missionswissenschaftliche Institut, das Anthropos Institut sowie das Institut Monumenta Serica bilden seit vielen Jahrzehnten das fachliche Rückgrat der wissenschaftlichen Arbeit der Steyler Missionare. Mit ihren Forschungsschwerpunkten Missionstheologie (Missionswissenschaftliches Institut), Sinologie/Religionswissenschaften (Monumenta Serica) und Kulturanthropologie /Ethnologie (Anthropos Institut) decken die Steyler wissenschaftlichen Institute exakt den deutschlandweit einzigartigen Studienschwerpunkt „Mission, Kulturen und Religionen“ der PTH ab.
Mit dieser Umstrukturierung könnten die Steyler Missionare ihr Engagement im wissenschaftlichen Apostolat weiterführen und sich dezidiert in ihren Kernbereichen Missionswissenschaften, Religionswissenschaften und Kulturanthropologie / Ethnologie in Lehre und Forschung engagieren.