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Forschungskolleg Erfurt: Positionspapier zu Empfehlungen des Wissenschaftsrates

 

 

 

Über das Verhältnis von Wissenschaft und Kultur

Theologisches Forschungskolleg der Universität Erfurt legt Positionspapier vor

Das Selbstverständnis der Theologie und ihre Bedeutung innerhalb der Universität werden in jüngster Zeit wieder neu diskutiert. Dabei geht es unter anderem um die Profilgebung der Theologie in einer sich verändernden Wissenschaftslandschaft, ihre Vernetzung mit anderen nichttheologischen Disziplinen und nicht zuletzt um die Einbindung in interdisziplinäre Forschung. Eine Arbeitsgruppe des Theologischen Forschungskollegs an der Universität Erfurt hat nun ein Positionspapier vorgelegt, in dem das Verhältnis der katholischen Theologie zu den Kulturwissenschaften diskutiert wird. Der Titel: „Wissenschaft und Kultur. Ein Positionspapier katholischer Theologen“.
 
Prof. Dr. Benedikt Kranemann (Universität Erfurt), Prof. Dr. Jürgen Manemann (Forschungsinstitut für Philosophie Hannover), Prof. Dr. Josef Römelt (Universität Erfurt) und Prof. Dr. Georg Steins (Universität Osnabrück) sehen gerade in den Kulturwissenschaften eine Herausforderung für die Theologie. Vielfach gebe es gemeinsame Fragestellungen und Zielsetzungen in der Forschung. Die Kulturwissenschaften seien zudem für die Theologie ein Anstoß, Altvertrautes neu zu sehen. Dadurch könne die Theologie „die Relevanz der eigenen Themenwelt gegenüber anderen Wissenschaften und der Gesellschaft“ erweisen. Eine solche Offenheit verlange jedoch, dass sich die Theologie mit ihrem Selbstverständnis in die entsprechenden wissenschaftlichen Debatten einbringe. Zugleich fordern die Theologen, das Christliche als Teil der Gegenwartskultur zu identifizieren. Auch hier schaffe das Zusammenwirken mit den Kulturwissenschaften neue Perspektiven und verengte Fragehorizonte könnten aufgebrochen werden. Die Theologie müsse aber auch Bilder der Kulturwissenschaften vom Christentum kritisch hinterfragen. „Was ist innerhalb der Wissenschaften heute gute Theologie?“, müsse die Leitfrage für eine Theologie sein, die im pluralen Konzert der Wissenschaften verstehbar und hörbar sein will. Die Erfurter Arbeitsgruppe hat ihr Papier wenige Tage bevor in Berlin auf Einladung des Wissenschaftsrates dessen Empfehlungen zu Theologien und Religionswissenschaften an deutschen Universitäten diskutiert werden vorgelegt. Ziel ist es, damit eine breite Diskussion über das Selbstverständnis katholischer Theologie, aber auch über die gegenseitige Verwiesenheit von Kultur­wissen­schaften und Theologie auslösen. 
 
 
 
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